Tätigkeitsbericht 2019

Auch im Jahr 2019 wurde die Jolly Beuth Stiftung „Hilfe für krebskranke Eltern und deren Kinder“ in diversen Medien (Print, Internet) präsentiert, um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Damit verbunden war ein „Fundraising“, um satzungskonforme Projekte zu finanzieren und um das Stiftungskapital zu erhöhen.

 

Durchgeführte Projekte der Jolly Beuth Stiftung „Hilfe für krebskranke ‚Eltern und deren Kinder“ im Jahr 2019 waren:

 

 

„Therapeutisches Trommeln“ in der Klinik Ostseedeich im Rahmen des Projektes „Gemeinsam gesund werden“ der Rexrodt von Fircks Stiftung.

Diese deutschlandweit einzigartige Rehabilitationsmaßnahme wird in der Klinik Ostseedeich in Grömitz durchgeführt, in Kooperation mit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Das ganzheitliche Behandlungskonzept ist für Mütter und Kinder hinsichtlich der körperlichen und psychosozialen Folgen der Brustkrebserkrankung maßgeschneidert. Ziel der Maßnahme ist es, die gesamte Familie nachhaltig zu stärken. Ausgewählte Vorträge von Experten zu unterschiedlichen Themen der Nachsorge sowie die intensive psychologische Stärkung der Mütter, Kinder und der Väter/Partner zeichnen die besonders hohe Qualität von „Gemeinsam gesund werden“ aus.

Durch „Therapeutisches Trommeln“ wird das präventive und therapeutische Spektrum der Rehabilitationsmaßnahme optimiert. Das innere Gleichgewicht der Teilnehmer/innen sollte durch gemeinsames trommeln, singen und tanzen stabilisiert werden. Optimistische Lebensperspektiven, die im Gefolge der Erkrankung und deren Therapie verloren gegangen sind, sollten reaktiviert werden. Die Erfahrung, durch einen „gemeinsamen Rhythmus“ einen stressfreien inneren Raum zu entdecken, sollte dazu beitragen, gesund zu bleiben.

Aufgrund der positiven Resonanz der Patientinnen und deren Angehörigen bezüglich der ersten Trommelevents in den Jahren 2014 bis 2018 wurden auch im Jahr 2019 insgesamt 7 Trommelevents (6 im Rahmen der Rehamaßnahme „Gemeinsam gesund werden“ in der Klinik Ostseedeich in Grömitz; 1 im Onkologischen Zentrum des Klinikums Osnabrück, siehe unten) durch die Jolly Beuth Stiftung „Hilfe für krebskranke Eltern und deren Kinder“ initiiert. Inzwischen ist das „Therapeutische Trommeln“ als psychoonkologische Maßnahme fest in das Reha-Programm der Klinik Ostseedeich in Grömitz fest integriert und wird regelmäßig von ca. 80 bis 120 Teilnehmern mit Begeisterung angenommen.

Seit 2014 werden die Trommelevents durchgeführt von „Argandona Trommelwelt“. Mario Argandona (Percussionist und Drummer, u. a. bei den Scorpions, Deep Purple und BAP) ist mit „Argandona Trommelwelt“ in ganz Deutschland unterwegs und trommelt, singt und tanzt mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Kindergärten, Schulen, auf Festivals, in Firmen und an vielen anderen Orten und Veranstaltungen, so auch in Grömitz im Rahmen des Projektes „Gemeinsam gesund werden“.

 

Repräsentative Beurteilungen der Teilnehmer/innen:

 

Hallo Josef,

mir hat Deine "lebensnahe" Art (Leben genießen, 5 gerade sein lassen) sehr geholfen. Ich konnte zum ersten Mal wieder atmen und nicht immer denken: Oh Gott, Zucker, Alkohol, weißes Mehl, rotes Fleisch).

Das Trommeln mit Mario war ebenfalls toll. Wir haben Bongos Zuhause und Ella trommelt immer noch: Ich bin super, du bist super.DANKE!

Noch etwas zu Grömitz: Eigentlich waren sich alle einig: Der Abend mit Dr. Freerk Baumann, der Abend mit Dir und das Trommeln mit Mario haben uns am meisten Kraft, Zuversicht und Erdung gegeben. Ich bin dankbar, dass ich das alles erleben und mitnehmen durfte. Ich bewundere Euer Engagement und bin von Herzen dankbar dafür.

Pass Du auch auf Dich gut auf!

Liebe Grüße

Kordula

 

Lieber Josef, Lieber Mario,

vielen lieben Dank, dass Ihr unseren Nachmittag so sehr bereichert habt. Alle sind mit viel Leichtigkeit im Herzen nach Hause gegangen und ich persönlich zehre heute noch davon. Schön, dass es Euch gibt! Ich bin viel in Köln (ich habe da mal 2 Jahre gelebt und habe noch Freunde dort). Vielleicht komme ich Euch beim nächsten Mal besuchen.

Auf bald!

Liebe Grüße,

Priscah

 

Lieber Josef, lieber Mario,

RIESENGROSSES DANKESCHÖN AN EUCH BEIDE!!!!!!

Ihr habt allen Teilnehmern eine große Freude bereitet mit Eurem Lebensfreude versprühenden Trommel-Event!! Ich habe verschiedene Rückmeldungen von Teilnehmern gehört, die allesamt begeistert waren.

Eine Patientin meinte, sie hätte wirklich vergessen, dass Sie Patientin ist- sie war einfach nur da und hatte Spaß!

Eine andere schrieb mir Folgendes:

Es war wunderbar und das sagt leider immer noch nicht aus wie Mega toll es war! Ein echtes Highlight!

Tausend Dank und liebe Grüße

Ich glaube also, ihr habt den Nerv getroffen und allen einen wunderschönen Nachmittag bereitet und genau das erreicht, was der Sinn war: im Hier und Jetzt zu sein und das Kind in sich wiederentdecken!

Eure

Sigrid

 

Lieber Josef Beuth,

Lieber Mario,

Der Newsletter des Klinikum kündigte den Workshop Trommeln an- schnell habe ich, nach Rücksprache mit meinem Mann, die Anmeldung per Mail erledigt. Nach der Bestätigung den Termin eingetragen! Und Vorfreude.

Nun rückt das Datum näher: längerer Arbeitseinsatz (ausgerechnet), Lymphdrainage Termin verschoben (ging nicht anders), schnelles Mittagessen.

Etwas abgehetzt, der Blick meines Mannes und die Frage: sind wir um 18 Uhr zurück (der Chor wartet). Mein konsequentes nein, 15-18 Uhr war angesprochen wird nicht geändert!. 14 Uhr - schnell nach Osnabrück (55 km) über Land - überall Trecker und sonstige Gefährte. Ist klar wenn schon alles so eng in der Zeit ist.

Dann endlich beginnt die Veranstaltung im Theater mit Josef Beuth und Mario.

Schon nach 10 Minuten sind mein Mann und ich viel entspannter. Nach knapp 3 Stunden bleibt: pure Begeisterung, viel Spaß und große Freude bei den Teilnehmern. Es war w u n d e r b a r ... gerne und jederzeit wieder. Wenn doch alle dieses Glück in dieser tollen Kombination erleben dürften!

Danke dafür!!!

Ihre

Anke

 

 

Familiensprechstunde der Krebsgesellschaft NRW

Die Diagnose „Krebs“ ändert schlagartig das Gefüge von Familien. Kinder und Jugendliche reagieren besonders empfindlich auf solche, für sie existenziellen Veränderungen. Eltern andererseits sind unsicher, wie sie mit ihren Kindern angemessen umgehen können, zumal der erkrankte Elternteil durch Diagnose und Therapie stark in Anspruch genommen und belastet ist. Die Gefahr, dass in dieser Situation die Kinder mit ihren Sorgen allein bleiben, ist groß.

Das Angebot der Familiensprechstunde richtet sich daher ausdrücklich an Familien mit minderjährigen Kindern, in denen Eltern oder andere Bezugspersonen an Krebs erkrankt sind. Ziel ist es, die Kinder in dieser belastenden Situation zu stärken und verunsicherte Eltern zu unterstützen. Den Grundsätzen „Systemischer Familientherapie“ entsprechend ist die Familiensprechstunde geprägt von der Wertschätzung der individuellen Möglichkeiten und Kraftquellen. Die Familien selber gelten als Experten ihrer Situation. In der Beratung richtet sich der Blick auf mögliche zukünftige Lösungen, die durch unterschiedliche „Systemische Interventionen“ sichtbar werden. In kleinen Schritten können die Familien ihre Perspektive erweitern und individuell hilfreiche Strategien entwickeln. Ziel der Familienberatung ist das Zurückgewinnen der familiären Selbstwirksamkeit trotz Krebserkrankung. Im Sinne der Kinder bedeutet dies, dass die schwankende Familienstruktur in einer neuen Ordnung zur Ruhe kommen kann.

Da der Jahresbericht 2019 noch nicht vorliegt, sollen, wie im Vorjahr, zunächst die Beratungszahlen 2018 aufgeführt werden. Im Rahmen der Familiensprechstunde wurden betreut: 100 Personen aus rund 60 Familien mit insgesamt etwa 110 mitbetroffenen Kindern, die in der Regel im Haushalt der Ratsuchenden lebten. 15 Kinder kamen gemeinsam mit den Eltern oder, je nach Alter, auch alleine zu den Gesprächen. Das Alter der mitbetroffenen Kinder in den Familien reichte von wenigen Monaten bis 18 Jahre. Aber auch ältere, noch im jeweiligen Haushalt lebende Geschwister spielten in der Beratung eine Rolle und wurden bei Bedarf in die Gespräche einbezogen. Über 40 Prozent der Beratungen in der Familiensprechstunde fanden als Paar- oder Familiengespräche statt. Sie nahmen durchschnittlich 75 Minuten in Anspruch.

Die Mehrzahl der Ratsuchenden kamen aufgrund von Hinweisen von Kliniksozialdiensten, Ärzten, kommunalen Einrichtungen und anderen Institutionen. Dies deutet auf die gute Vernetzung der Krebsberatung Düsseldorf mit regionalen Versorgern hin. Die übrigen Ratsuchenden kamen aus Eigeninitiative in die Beratungsstelle. Dabei sind Internet sowie die Empfehlung durch Verwandte und Bekannte als Hauptinformationsquellen zu sehen.

Den an Krebs erkrankten Eltern und ihren Kindern wird in der Familiensprechstunde professionelle psychoonkologische Beratung und Begleitung angeboten. Ziel ist es, die Familien in dieser belastenden Situation zu stützen, die Kommunikation zu fördern und insbesondere den Kindern einen altersgerechten Umgang mit der Erkrankung zu ermöglichen. Die Beratungen haben insbesondere den zugehörigen Kindern neuen Rückhalt gegeben.

Im Jahr 2020 wird ein weiterer Zulauf in die Familiensprechstunde erwartet.

 

 

Einzelförderung
nach Prüfung der Notlage durch den Härtefonds der Deutschen Krebshilfe

Frau P., alleinerziehende Mutter von zwei Kindern kann ihren Lebensunterhalt und ihre krankheitsbedingten Kosten mit Ihrem Einkommen nur unter großen Entbehrungen aufbringen. Nach Prüfung der finanziellen Notlage erfolgte eine einmalige Zuwendung an die Familie.

 

Response von Frau P.:

Lieber Herr Beuth,

ich weiß gar nicht, was ich sagen soll! Ich bin sprachlos! Die Kinder werden so happy sein, wenn ich ihnen heute von ihnen erzählen kann. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen.

Liebe Grüße, I. P.

 

 

Fürs Wohlbefinden:
Trommeln mit Mario Argandoña und Prof. Dr. Josef Beuth

Osnabrück, 18.09.2019. Trommeln für mehr Lebensfreude  – das war jetzt bei einer Veranstaltung des Integrierten Krebszentrums des Klinikums Osnabrück mit dem bekannten Schlagzeuger und Percussionisten Mario Argandoña möglich. In dem dreistündigen Workshop unter dem Motto „Drumming for Balance“, der kostenlos im Theater Osnabrück angeboten wurde, konnten sich die Teilnehmer von dem angesehenen Musiker auf gute Gedanken bringen lassen.

 Es ging darum, sich beim gemeinsamen Trommeln, Singen und Tanzen in eine optimistische Grundstimmung versetzen zu lassen, um damit das „Wohlbefinden im Hier und Jetzt“ zu steigern. Argandoña hat als Musiker bereits mit Bands wie BAP, Deep Purple und den Scorpions gespielt. Er bietet solche Workshops in Zusammenarbeit mit dem auch in Osnabrück beteiligten Prof. Dr. Josef Beuth von der Uni Köln als komplementärmedizinische Maßnahme an, die mentale und körperliche Kräfte stärken und so die Regeneration bei einer schweren Erkrankung unterstützen soll.

 Bei dem Workshop, der jetzt erstmals in Osnabrück angeboten wurde, waren über 70 Teilnehmer dabei. Nach Angaben von Sigrid Ahlhorn, Mitarbeiterin des Integrierten Krebszentrums des Klinikums Osnabrück, waren darunter viele Patienten und Patientinnen des Krankenhauses sowie Angehörige und darunter auch Kinder. Es sei für alle eine ebenso bewegte wie vergnügte Zeit gewesen. „Wir haben ganz viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagte Ahlhorn. „Das Musizieren mit Argandoña hat allen sehr viel Spaß gemacht und damit genau den Zweck erfüllt, den es haben sollte: Im ‚Hier und Jetzt’ sein und die Erkrankung eine Zeit lang zu vergessen.“

 Prof. Dr. Josef Beuth, der an der Uni Köln das Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren leitet, hatte den Nachmittag mit einem kurzen Vortrag zum Nutzen von komplementärmedizinischen Maßnahmen eingeleitet. Danach ging es in den musikalischen Teil mit Argandoña über, der neben dem Einüben dreier Trommelrhythmen auch Sing- und Bewegungsspiele umfasste. Dabei ging es darum, den Teilnehmern durch den Rhythmus und die Bewegung zur Musik zu einer anderen Körperwahrnehmung zu verhelfen. „Das hat auch richtig gut funktioniert. Es haben alle begeistert mitgemacht“, freute sich Ahlhorn.

 Mit beteiligt waren auch Dr. Christoph Katz, Chefarzt des Brustkrebszentrums des Klinikums Osnabrück, und die von ihm geleitete Kreativtherapiegruppe für Patientinnen, in der ebenfalls getrommelt wird. Wie Ahlhorn erklärte, hatte ein Auftritt der Trommelgruppe bei einem vom Klinikum Osnabrück organisierten „Aktionstag gegen Krebs“, bei dem Beuth als Referent beteiligt war, zu dem Auftritt geführt. Beuth sei damals erfreut darüber gewesen, dass auch im Klinikum Osnabrück mit einer solchen Musiktherapie gearbeitet werde, so Ahlhorn, und habe dann im Gespräch mit der Psychoonkologin Priscah Habben angeboten, einen Trommel-Workshop mit Argandoña in Osnabrück zu organisieren.

  „Es war wirklich eine ganz tolle Sache – dass alles so zustande gekommen ist und dass es dann solch ein Erfolg war“, so Ahlhorn. Sicher ist, dass das Integrierte Krebszentrum des Klinikums Osnabrück auch künftig weitere Angebote mit Musik offerieren wird – und an einer Wiederholung des Trommelworkshops mit Argandoña und Beuth wird natürlich auch gefeilt.

 

 

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