Tätigkeitsbericht 2021

Die im Gefolge der Corona (COVID-19) Pandemie einhergehenden behördlichen Kontakt- und Reisebeschränkungen hatten zur Folge, dass nahezu alle Präsenzveranstaltungen nicht stattfinden durften. Die Einhaltung der verordneten Hygienemaßnahmen hatte für die Jolly Beuth Stiftung insbesondere zur Folge, dass das „Therapeutische Trommeln“ in der Klinik Ostseedeich, Grömitz, im Rahmen des Projektes „Gemeinsam gesund werden“ der Rexrodt von Fircks Stiftung, auch im Jahr 2021 komplett abgesagt werden musste. Das seit 2014 von Argandona Trommelwelt (Mario Argandona; Percussionist und Drummer u. a. bei den Scorpions, Deep Purple und BAP) angebotene „Therapeutische Trommeln“ ist zwischenzeitlich als psychoonkolgische Maßnahme fest in das Rehabilitationsprogramm der Klinik Ostseedeich integriert und wurde regelmäßig von ca. 80 bis 120 Teilnehmer/innen mit Begeisterung angenommen.

Sobald die Corona Pandemie abgeebbt ist und Präsenzveranstaltungen erlaubt sind, soll das „Therapeutische Trommeln“ weiterhin stattfinden, um das psychoonkologische Programm der Rehabilitationsmaßnahme „Gemeinsam gesund werden“ für brustkrebskranke Frauen, deren Kinder und Angehörige zu erweitern.

 

Durchgeführte Projekte der Jolly Beuth Stiftung „Hilfe für krebskranke Eltern und deren Kinder“ im Jahr 2021 waren:

 

 

Familiensprechstunde der Krebsgesellschaft NRW

Die Diagnose „Krebs“ ändert schlagartig das Gefüge von Familien. Kinder und Jugendliche reagieren besonders empfindlich auf solche, für sie existenziellen Veränderungen. Eltern andererseits sind unsicher, wie sie mit ihren Kindern angemessen umgehen können, zumal der erkrankte Elternteil durch Diagnose und Therapie stark in Anspruch genommen und belastet ist. Die Gefahr, dass in dieser Situation die Kinder mit ihren Sorgen allein bleiben, ist groß.

Das Angebot der Familiensprechstunde richtet sich daher ausdrücklich an Familien mit minderjährigen Kindern, in denen Eltern oder andere Bezugspersonen an Krebs erkrankt sind. Ziel ist es, die Kinder in dieser belastenden Situation zu stärken und verunsicherte Eltern zu unterstützen. Den Grundsätzen „Systemischer Familientherapie“ entsprechend ist die Familiensprechstunde geprägt von der Wertschätzung der individuellen Möglichkeiten und Kraftquellen. Die Familien selber gelten als Experten ihrer Situation. In der Beratung richtet sich der Blick auf mögliche zukünftige Lösungen, die durch unterschiedliche „Systemische Interventionen“ sichtbar werden. In kleinen Schritten können die Familien ihre Perspektive erweitern und individuell hilfreiche Strategien entwickeln. Ziel der Familienberatung ist das Zurückgewinnen der familiären Selbstwirksamkeit trotz Krebserkrankung. Im Sinne der Kinder bedeutet dies, dass die schwankende Familienstruktur in einer neuen Ordnung zur Ruhe kommen kann.

Die Mehrzahl der Ratsuchenden kamen aufgrund von Hinweisen von Kliniksozialdiensten, Ärzten, kommunalen Einrichtungen und anderen Institutionen. Dies deutet auf die gute Vernetzung der Krebsberatung Düsseldorf mit regionalen Versorgern hin. Die übrigen Ratsuchenden kamen aus Eigeninitiative in die Beratungsstelle. Dabei sind Internet sowie die Empfehlung durch Verwandte und Bekannte als Hauptinformationsquellen zu sehen.

Da der Jahresbericht 2021 noch nicht vorliegt, sollen, wie im Vorjahr, die Beratungszahlen 2020 aufgeführt werden. Im Rahmen der Familiensprechstunde wurden verzeichnet: 1801 Kontakte; 614 betreute Ratsuchende mit mehr als 930 Beratungskontakten. Zwei Drittel der Ratsuchenden waren Frauen, für mehr als 90% der Ratsuchenden waren die Interventionen „sehr hilfreich“.

Den an Krebs erkrankten Eltern und ihren Kindern wird in der Familiensprechstunde professionelle psychoonkologische Beratung und Begleitung angeboten. Ziel ist es, die Familien in dieser belastenden Situation zu stützen, die Kommunikation zu fördern und insbesondere den Kindern einen altersgerechten Umgang mit der Erkrankung zu ermöglichen. Die Beratungen haben insbesondere den zugehörigen Kindern neuen Rückhalt gegeben.

Im Jahr 2022 wird ein weiterer Zulauf in die Familiensprechstunde erwartet.

 

 

Erstellung weiterer Videotutorials „Komplementärmedizin“ zur Stärkung von Patientenkompetenz

Um Krebsbetroffenen und Interessierten einen seriösen Einblick in das Thema zu geben, wurden in Kooperation mit der Krebsgesellschaft NRW Expertenvideos zu häufig nachgefragten Themen aus dem Bereich „Komplementärmedizin“ erstellt, u. a. Chancen und Risiken der Komplementärmedizin, Bewegungstherapie, Ernährungstherapie, Psychoonkologie, medikamentöse Behandlung von Nebenwirkungen der Krebsstandardtherapien. Ziel sollte sein, Wissen zu vermitteln, zu motivieren und die Patientenkompetenz zu stärken. In Zeiten der Corona Pandemie kommt einem digitalen Informationsangebot eine zusätzliche Bedeutung zu. Die Videos sollen sowohl in sozialen Netzwerken, als auch auf den Internetseiten der Krebsgesellschaft NRW vertreten sein und somit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

 

Weiterentwicklung der Patienten APP „Komplementärmedizinische  Krebstherapien“

Die Bereitstellung einer laienverständlichen Patienten APP (Easy Oncology Pathfinder) soll dazu beitragen, betroffenen Krebspatienten/Innen eine übersichtliche und auf dem Stand des aktuellen Wissens gehaltene Information zu naturheilkundlichen beziehungsweise komplementärmedizinischen Verfahren zu vermitteln. Es werden therapeutische Einsatzmöglichkeiten sowie Nutzen und Risiken derartiger Verfahren dargestellt.

 

 

Weiterentwicklung des Projektes „WissenschafftLeben“
(www.wissenschafftleben.de)

Komplementärmedizin erhält und fördert Lebensqualität, insbesondere im Gefolge einer Krebsbehandlung. Wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich Behandlungsmethoden und Disziplinen sind in der modernen Krebstherapie ein unabdingbarer Begleiter für die Betroffenen und deren Therapeutenteam.

Wertvolles Wissen wird verständlich transferiert und lebendig publiziert. Im Fokus des Projektes steht die Komplementärmedizin und die Vernetzung von verschiedenen Wissensquellen im onkologischen Bereich, insbesondere in der klinischen Versorgung.

Themen wie Ernährungstherapie, Bewegungstherapie sowie Psychoonkologie und wissenschaftlich fundierte medikamentöse Therapien sind Teile des Programms. Ziel ist es, mehr Wissen an die klinische Basis zu transferieren wie auch Wissen zu multiplizieren. Modern, innovativ und vor allem verständlich wird ein hochwertiges Format geboten auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen.

 

 

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